Batteriepass-Software im Vergleich
Enterprise-Plattform, Agentur, Eigenbau oder Self-Service: Dieser Vergleich ordnet die vier Anbieter-Typen ehrlich ein und gibt Ihnen sieben Kriterien an die Hand, die Sie ohne Verkaufsgespräch selbst nachprüfen können.
Ein junger Markt: worauf es beim Vergleich wirklich ankommt
Ab dem 18. Februar 2027 brauchen EV-Batterien, LMT-Batterien und Industriebatterien über 2 kWh, die neu in der EU in Verkehr gebracht werden, einen digitalen Batteriepass (Art. 77 der Verordnung (EU) 2023/1542). Entsprechend schnell wächst das Software-Angebot. Der Markt ist jedoch jung: Es gibt kein Siegel und keine Zertifizierung für Batteriepass-Software, die zentralen Registry-Schnittstellen der EU sind erst für das vierte Quartal 2026 angekündigt, und mehrere Durchführungsakte der Kommission stehen noch aus. Wer heute vergleicht, vergleicht also nicht fertige, amtlich geprüfte Lösungen, sondern unterschiedlich weit gebaute Software in einem Umfeld, das sich noch bewegt.
Für Sie heißt das zweierlei. Erstens: Werbeaussagen wie „vollständig konform“ kann derzeit niemand belegen, weil wesentliche Vorgaben schlicht noch fehlen. Ein belastbarer Vergleich stützt sich deshalb nicht auf Versprechen, sondern auf Dinge, die Sie selbst nachprüfen können. Zweitens: Ein Vergleich nach Markennamen veraltet schnell, weil sich die Anbieterlandschaft laufend ändert. Tragfähiger ist der Blick auf Anbieter-Typen, denn praktisch jedes Angebot am Markt folgt einem von vier Grundmodellen, und jedes Modell bringt seine eigenen Stärken und Grenzen mit, unabhängig vom Logo auf der Startseite.
Falls Sie noch ganz am Anfang stehen: Was ein Batteriepass inhaltlich ist und welche Daten hineingehören, erklärt unser Grundlagenartikel Was ist ein Batteriepass?. Auf dieser Seite geht es um die Frage danach: Mit welcher Art von Software setzen Sie ihn um?
Die vier Anbieter-Typen im Überblick
Fast jedes Angebot lässt sich einem dieser vier Typen zuordnen. Jeder hat seinen berechtigten Platz, keiner passt für alle Situationen. Entscheidend ist, welcher Typ zu Ihrer Stückzahl, Ihrem Budget und Ihrer internen Kapazität passt.
Enterprise-DPP-Plattform mit Projektgeschäft
Diese Plattformen richten sich an Konzerne und decken oft mehrere Produktkategorien über Batterien hinaus ab. Ihre Stärken: tiefe Integration in ERP- und PLM-Systeme, individuell angepasste Datenmodelle und ein Projektteam, das die Einführung begleitet. Die Grenzen: Die Einführung ist ein IT-Projekt mit Anforderungsworkshops, Schnittstellenarbeit und Laufzeiten von Monaten. Preise stehen selten öffentlich und liegen deutlich über einem Self-Service-Einstieg. Für einen Hersteller mit einer Handvoll Batteriemodelle ist dieser Weg häufig überdimensioniert, und der Projektvorlauf will gegen den Stichtag 18. Februar 2027 gerechnet sein.
Agentur oder Dienstleister setzt um
Hier beauftragen Sie eine Agentur oder einen Beratungsdienstleister, der den Pass auf fremder oder eigener Technik für Sie aufbaut und pflegt. Die Stärken: wenig eigener Aufwand, ein Ansprechpartner, hilfreich, wenn intern niemand Kapazität für das Thema hat. Die Grenzen: Jede spätere Änderung läuft über den Dienstleister, das kostet über Jahre Zeit und Geld, und die Tiefe des Fachwissens zur Batterieverordnung schwankt von Haus zu Haus erheblich. Rechtlich bleibt die Verantwortung ohnehin bei Ihnen: Die spätere Registrierung im EU-Batteriepass-Register setzt voraus, dass Sie selbst als Wirtschaftsakteur eIDAS-verifiziert sind. Ein Dienstleister kann diese Verifizierung nicht ersetzen, und einen amtlich definierten Status als DPP-Dienstleister gibt es unter der Batterieverordnung bislang nicht.
Eigenbau im eigenen Haus
Ein eigenes Entwicklerteam baut den Pass als Teil der Produkt-IT. Die Stärken: volle Kontrolle, exakte Passung zu bestehenden Systemen, keine Lizenzkosten. Die Grenzen: Der Batteriepass ist ein bewegliches Ziel. Anhang XIII verlangt drei Zugriffsstufen, die Kommissions-Guidance vom 28. Juli 2026 ordnet 71 Datenpunkte ein, die Registry-Schnittstellen sind für das vierte Quartal 2026 angekündigt, und mehrere Format-Akte fehlen noch. Wer selbst baut, übernimmt diese Regulierungspflege dauerhaft, nicht nur einmal. Eigenbau lohnt sich deshalb eher, wenn der Pass Kernbestandteil des Produkts ist und ein Team dauerhaft dafür eingeplant wird. Eine Rechnung dazu finden Sie im Artikel Was kostet ein Batteriepass?.
Self-Service-Software
Sie legen ein Konto an, erfassen die Daten in einem geführten Editor und veröffentlichen den Pass selbst. Die Stärken: sofort testbar, veröffentlichte Preise, kein Projektvorlauf, planbare Kosten je Pass. Die Grenzen: Es gibt keine individuelle Projektbegleitung und keine Beratung, die Datenbeschaffung bei Zulieferern und die inhaltliche Verantwortung bleiben bei Ihnen, und wer stark abweichende Sonderprozesse abbilden will, stößt an die Grenzen des Standards. Für kleine und mittlere Modellreihen ist dieser Typ ein direkter Weg zum veröffentlichten Pass, ohne dass vorher ein Projekt aufgesetzt werden muss.
Sieben Kriterien, die Sie selbst nachprüfen können
Gleich welcher Typ: Diese sieben Punkte trennen belastbare Software von schönen Folien. Alle lassen sich ohne Fachjargon prüfen, die meisten an einem Nachmittag. Nehmen Sie die Liste mit in jedes Anbietergespräch, oder besser: Prüfen Sie die Punkte selbst am Produkt, bevor ein Gespräch überhaupt nötig wird.
- Typgenaue Pflichtfelder EV-, LMT-, Industrie- und stationäre Batterien sowie Batterien ohne Batteriemanagementsystem unterscheiden sich in ihren Pflichtangaben. Prüfen Sie, ob der Editor je Batterietyp andere Felder zeigt oder ob alle Typen dasselbe Formular bekommen. Ein Einheitsformular erzeugt später entweder Lücken oder unnötigen Ballast.
- Blockierende Schema-Validierung Ein Pass-Export sollte gegen ein veröffentlichtes Schema geprüft werden, etwa das Battery Passport Data Model v1.3. Entscheidend ist, ob die Software fehlerhafte Daten wirklich blockiert oder trotzdem exportiert. Fragen Sie nicht, ob validiert wird, sondern probieren Sie es mit einem absichtlich unvollständigen Datensatz aus.
- Zugriffsstufen am Quelltext prüfbar Anhang XIII trennt öffentliche Felder, Felder für Personen mit berechtigtem Interesse und eine Behördenstufe. Öffnen Sie eine öffentliche Pass-Seite des Anbieters und sehen Sie in den Quelltext: Eingeschränkte Werte dürfen dort gar nicht erst ankommen. Sind sie nur in der Anzeige versteckt, ist die Trennung keine.
- Exportwege ohne Lock-in Kommen Sie jederzeit mit allen Daten wieder heraus? Verlangen Sie maschinenlesbare Exporte nach veröffentlichtem Schema zusätzlich zum PDF, idealerweise auch per API. Was Sie nicht exportieren können, gehört faktisch dem Anbieter, nicht Ihnen.
- Umgang mit offener Regulierung Die CO2-Format-Akte fehlen, die Registry-Schnittstellen sind für das vierte Quartal 2026 angekündigt, der Rechtsakt zum berechtigten Interesse steht aus. Wer Ihnen heute vollständige Konformität oder eine fertige Registry-Anbindung verspricht, verspricht etwas, das noch niemand liefern kann. Seriös ist, wer Offenes offen nennt.
- Nachweisbarkeit und Signatur Kann ein Dritter prüfen, dass ein veröffentlichter Pass unverändert ist? Achten Sie auf Signaturen, einen öffentlich zugänglichen Verify-Weg und eine Versionshistorie. Ohne das ist ein Pass nur eine Webseite, deren Inhalt sich jederzeit still ändern ließe.
- Testbarkeit ohne Termin Können Sie ohne Verkaufsgespräch ein Konto anlegen, einen Pass bis zur Veröffentlichung durchspielen und die Preise einsehen? Wenn ein Produkt nur hinter einer Demo-Buchung zu sehen ist, prüfen Sie die übrigen sechs Kriterien besonders gründlich.
Ein praktischer Hinweis zur Reihenfolge: Beginnen Sie mit dem siebten Kriterium. Können Sie ein Produkt ohne Termin testen, erledigen sich die Kriterien eins bis sechs in derselben Sitzung, weil Sie alles mit eigenen Augen sehen. Bei Anbietern ohne freien Test bleibt Ihnen nur, jede Antwort schriftlich geben zu lassen und Belege einzufordern.
Wo DPP Hero in diesem Vergleich steht
DPP Hero ist Self-Service-Software, also der vierte Typ, und beansprucht nichts anderes. Es gibt bei uns kein Projektgeschäft, keine Beratung und keine Termine. Wer eine begleitete Einführung oder eine Integrationsdienstleistung sucht, ist bei den ersten beiden Typen richtiger aufgehoben, und das sagen wir lieber vorab als hinterher.
An den sieben Kriterien gemessen: Der Editor unterscheidet fünf Batterietypen mit typgenauen Pflichtfeldern und führt in sieben erklärten Schritten durch den Pass, angelehnt an den Leitfaden DIN SPEC 99100. Der JSON-Export wird blockierend gegen die Schemas des Battery Passport Data Model v1.3 validiert; daneben gibt es DIN-SPEC-JSON, PDF auf Deutsch und Englisch und einen CSV-Import für Bestandsdaten. Die REST-API ist an die API-Norm EN 18222 ausgerichtet; die vollständige Konformitätsprüfung ist offen, und genau so formulieren wir es auch.
Öffentliche Pass-Seiten liefern eingeschränkte Werte serverseitig gar nicht erst aus, das können Sie im Quelltext jeder öffentlichen Seite nachsehen. Jeder veröffentlichte Pass wird signiert und versioniert und ist über einen öffentlichen Verify-Endpunkt nachprüfbar. Vor der Veröffentlichung prüft ein Publish-Gate GS1-Kennungen, die Pflichtdaten Ihrer Organisation und alle sieben Schritte. Die Pass-URL ist ein GS1 Digital Link mit QR-Code, auf Wunsch als Bulk-Export mit bis zu 500 Codes, und Zulieferer können über Share-Links ohne eigenes Login sektionsweise zuliefern.
Die Preise stehen offen auf der Preisseite, einen Überblick über die Funktionen gibt die Seite Battery Passport Software. Testen können Sie all das ohne Termin: Legen Sie ein Konto an und spielen Sie den ersten Pass durch, er bleibt dauerhaft kostenlos.
Welcher Weg passt zu Ihnen? Entscheidungsfragen statt Pauschalurteil
Eine ehrliche Empfehlung hängt von Ihrer Situation ab, nicht von einer Rangliste. Vier der folgenden Fragen führen zu je einem Anbieter-Typ, die fünfte hilft weiter, wenn Sie keine davon eindeutig mit Ja beantworten können:
- Brauchen Sie Pässe für viele Produktkategorien über Batterien hinaus? Wenn ja und wenn Budget und Zeit für ein Integrationsprojekt vorhanden sind, sprechen die Argumente für eine Enterprise-Plattform. Rechnen Sie den Projektvorlauf realistisch gegen den Stichtag 18. Februar 2027.
- Hat intern niemand Zeit für das Thema? Dann kann ein Dienstleister die Arbeit abnehmen. Klären Sie vorher schriftlich, in welchem Format Sie Ihre Daten zurückbekommen und was spätere Änderungen kosten. Ihre eIDAS-Verifizierung als Wirtschaftsakteur nimmt Ihnen dabei niemand ab.
- Ist der Batteriepass Kernbestandteil Ihres Produkts? Wenn Ihr Geschäftsmodell auf dem Pass aufbaut und ein Entwicklerteam dauerhaft dafür eingeplant ist, kann Eigenbau der richtige Weg sein. Kalkulieren Sie die Regulierungspflege über Jahre ein, nicht nur den Erstbau.
- Wollen Sie mit überschaubaren Modellreihen vor dem Stichtag selbst starten? Dann ist Self-Service-Software der direkte Weg: heute anfangen, Daten schrittweise vervollständigen, veröffentlichen. Beim Sortieren Ihrer Datenlage hilft die <checkliste>Batteriepass-Checkliste</checkliste>.
- Noch unentschieden? Den inhaltlichen Einstieg ins Thema bietet unser Überblick zum <hub>Batteriepass</hub>. Für die Entscheidung selbst gilt: Ein Nachmittag mit einem echten Konto sagt mehr als jede Broschüre, und bei DPP Hero kostet der erste Pass dauerhaft nichts. Testen Sie, bevor Sie lange vergleichen lassen.
Häufige Fragen
Gibt es ein Siegel oder eine Zertifizierung für Batteriepass-Software?
Nein. Es gibt derzeit weder ein offizielles Siegel noch ein Zertifizierungssystem für Batteriepass-Software oder DPP-Dienstleister. Die API-Norm EN 18222 existiert, eine finale DIN-Fassung ist bislang nur angekündigt, und die 2026 harmonisierten DPP-Normen erzeugen eine Konformitätsvermutung nur für Produktpässe unter der ESPR, nicht für den Batteriepass. Wirbt ein Anbieter mit einem Siegel oder Zertifikat, fragen Sie nach, wer es vergibt und auf welcher Rechtsgrundlage.
Kann ich später den Anbieter wechseln?
Ja, wenn Sie beim Vergleich auf zwei Dinge achten: vollständige, maschinenlesbare Exporte nach veröffentlichtem Schema und eine tragfähige Antwort auf die Frage, was mit bereits gedruckten QR-Codes geschieht, denn der aufgedruckte QR-Code muss auch nach einem Wechsel weiter zum Pass führen. Bei DPP Hero exportieren Sie Ihre Daten jederzeit als JSON im Battery Passport Data Model v1.3, als DIN-SPEC-JSON und als PDF, zusätzlich über die REST-API. Ein Wechsel bleibt damit Ihre freie Entscheidung.
Muss die Software schon an die EU-Registry angebunden sein?
Das kann sie noch gar nicht. Die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1778 zur Registry ist seit dem 6. August 2026 anwendbar und eine Sandbox läuft seit dem 20. Juli, aber die Registrierung von Batteriepässen ist EU-seitig gesperrt, weil der Semantik-Katalog fehlt. Katalog und Schnittstellen sind für das vierte Quartal 2026 angekündigt, die Registrierungspflicht beginnt am 18. Februar 2027. Behauptet ein Anbieter eine fertige Anbindung, ist Skepsis angebracht; erwarten dürfen Sie stattdessen einen klaren Plan. Hintergründe im Artikel EU-Batteriepass-Register.
Was kostet Batteriepass-Software?
Das hängt vom Anbieter-Typ ab. Enterprise-Plattformen und Dienstleister kalkulieren projektbezogen, Preise stehen dort selten öffentlich. Eigenbau kostet Entwicklungs- und Pflegeaufwand über Jahre. Self-Service-Anbieter veröffentlichen ihre Preise; bei DPP Hero finden Sie sie auf der Preisseite, der erste Pass ist dauerhaft kostenlos. Eine Gesamtrechnung über alle Kostenarten finden Sie im Artikel Was kostet ein Batteriepass?.
Für welche Batterien brauche ich überhaupt einen Pass?
Ab dem 18. Februar 2027 für EV-Batterien, für LMT-Batterien, also leichte Verkehrsmittel wie E-Bikes und E-Scooter, und für Industriebatterien über 2 kWh, jeweils wenn sie neu in der EU in Verkehr gebracht werden (Art. 77 der Batterieverordnung). Details, Sonderfälle und die Fristenlage im Artikel Batteriepass-Pflicht: ab wann?.
Bereit für den ersten Batteriepass?
Konto anlegen, Batterietyp wählen und den ersten Pass im geführten Editor erfassen. Ein Pass ist dauerhaft kostenlos.