Die 5 Kostenfaktoren im Überblick
Die Kosten für einen Batteriepass lassen sich nicht pauschal beziffern. Sie hängen von Batterietyp, Produktionsvolumen, bestehender Dateninfrastruktur und dem gewählten Umsetzungsweg ab. Eines ist jedoch klar: Die Investition in einen regelkonformen Batteriepass ist deutlich geringer als die Konsequenzen bei Nichteinhaltung.
Diese fünf Kostenfaktoren bestimmen den Gesamtaufwand:
| Kostenfaktor | Typischer Aufwand | Einmalig / Laufend |
|---|---|---|
| Datenerhebung | Hoch (Erstaufwand) | Einmalig + Updates |
| Software | Niedrig bis Mittel | Laufend (Abo) |
| Personal | Mittel | Laufend |
| Externe Beratung | Optional | Einmalig |
| Laufende Pflege | Niedrig | Laufend |
Kostenfaktor 1: Datenerhebung
Der größte Kostenblock ist fast immer die erstmalige Datenerhebung. Die DIN SPEC 99100 beschreibt die Datenstruktur des Batteriepasses in sieben Kategorien. Wie viele Felder davon Pflicht sind, hängt vom Batterietyp ab: Die Kommissions-Guidance „Digital Batteries Passport, data points by category“ vom 28. Juli 2026 führt 71 Datenpunkte und stuft jeden einzeln als verpflichtend, optional, nur im Einzelfall anwendbar oder vorerst nicht auszufüllen ein.
Die Herausforderung: Diese Daten liegen selten an einer zentralen Stelle. Sie sind verteilt über:
- Zelllieferanten: Materialzusammensetzung, Herkunftsnachweise, Recyclatanteile
- Interne Systeme: ERP, PLM, Labordaten, Qualitätssicherung
- Externe Partner: CO2-Berechnungen, Prüfinstitute, Zertifizierer
Der Aufwand für die Ersterhebung hängt stark davon ab, wie gut Ihre bestehende Dateninfrastruktur ist. Hersteller, die bereits ein PLM-System nutzen und strukturierte Lieferantendaten haben, kommen schneller ans Ziel als Unternehmen, die mit Excel-basierten Prozessen arbeiten.
Kostenfaktor 2: Software und Infrastruktur
Für die Erstellung und Verwaltung von Batteriepässen gibt es grundsätzlich drei Wege:
- Eigenentwicklung: Aufbau einer internen Lösung. Hohe initiale Kosten (Entwicklerteam, Infrastruktur, Wartung), volle Kontrolle. Realistisch nur für Großkonzerne mit eigener IT-Abteilung.
- ERP-Integration: Erweiterung bestehender Systeme (SAP, Oracle). Hohe Integrationskosten, lange Projektlaufzeiten, Abhängigkeit vom ERP-Anbieter.
- Spezialisierte SaaS-Lösung: Fertige Software, die auf Batteriepässe nach DIN SPEC 99100 zugeschnitten ist. Niedrige Einstiegskosten, schnelle Umsetzung, laufende Updates bei Normenänderungen.
DPP Hero ist eine solche spezialisierte SaaS-Lösung. Die Software bildet die Datenstruktur nach DIN SPEC 99100 mit typgenauen Pflichtfeldern ab, ohne dass Sie sich selbst durch den vollständigen Spezifikationstext arbeiten müssen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie der Erstellungsprozess in der Praxis aussieht.
Kostenfaktor 3: Personalaufwand
Unabhängig von der gewählten Software braucht es interne Ressourcen. Typische Rollen:
- Projektleiter Batteriepass: Koordiniert die Datenerhebung, definiert Prozesse, steuert Lieferantenabstimmung. Geschätzter Aufwand: 20 bis 40 % einer Vollzeitstelle (Einführungsphase), danach 10 bis 20 %.
- Fachabteilungen: Qualität, Einkauf, Produktion und Logistik liefern Daten zu. Punktueller Aufwand, vor allem in der Ersterhebung.
- CO2-Experte: Für die Carbon-Footprint-Berechnung nach den PEFCR (Product Environmental Footprint Category Rules). Kann intern besetzt oder extern zugekauft werden.
Entscheidend: Je besser die Software den Prozess strukturiert, desto geringer der Personalaufwand. Eine Lösung, die mit geführten Eingabemasken arbeitet und validiert, reduziert Fehler und Rückfragen erheblich.
Kostenfaktor 4: Externe Beratung
Nicht jedes Unternehmen braucht externe Beratung. Aber in bestimmten Fällen ist sie sinnvoll:
- CO₂-Berechnung: Wenn im Haus keine Kompetenz für Ökobilanzen (Life Cycle Assessment, LCA) vorhanden ist. Spezialisierte Beratungshäuser berechnen den Produkt-CO₂-Fußabdruck nach den EU-Regeln für den Umweltfußabdruck von Produktgruppen (Product Environmental Footprint Category Rules, PEFCR).
- Lieferketten-Due-Diligence: Prüfung der Sorgfaltspflichten und Aufbau eines Managementsystems. Relevant besonders bei komplexen internationalen Lieferketten.
- Regulatorische Beratung: Für die Interpretation der EU-Batterieverordnung im spezifischen Unternehmenskontext.
Wichtig: Externe Beratung ergänzt die Software, sie ersetzt sie nicht. Der Berater hilft bei der Strategie, die Software übernimmt die strukturierte Dateneingabe und den Export.
Kostenfaktor 5: Laufende Pflege
Ein Batteriepass ist kein Einmal-Projekt. Nach der Ersterfassung fallen laufende Aufgaben an:
- Datenaktualisierung: Bei Änderungen in der Zellchemie, neuen Lieferanten oder aktualisierten CO₂-Werten
- Neue Produkte: Jede neue Batterievariante braucht einen eigenen Pass
- Normen-Updates: Wenn die EU Delegated Acts oder die DIN SPEC aktualisiert werden, müssen bestehende Pässe ggf. angepasst werden
- Recyclatquoten: Die Recyclatanteile müssen ab bestimmten Stichtagen nachgewiesen werden und steigen über die Zeit
Bei einer SaaS-Lösung wie DPP Hero sind Normen-Updates im Abo enthalten. Sie müssen die Änderungen nicht selbst nachverfolgen.
Kostenvergleich: Eigenentwicklung vs. Software
| Eigenentwicklung | SaaS-Lösung | |
|---|---|---|
| Setup-Zeit | 6 bis 18 Monate | Sofort nutzbar |
| Initiale Kosten | Deutlich höher | Niedrig (monatliches Abo) |
| Wartung | Eigenes Team nötig | Vom Anbieter |
| Normen-Updates | Eigene Nachverfolgung | Im Abo enthalten |
| DIN SPEC 99100 | Selbst implementieren | Bereits abgebildet |
| Risiko | Hoch (Deadline 02/2027) | Niedrig |
Was kostet Nichteinhaltung?
Der wichtigste Kostenvergleich ist nicht Software A vs. Software B, sondern Investition vs. Nichteinhaltung. Ab dem 18. Februar 2027 gilt: LMT-Batterien, Elektrofahrzeugbatterien und Industriebatterien über 2 kWh dürfen ohne gültigen Batteriepass nicht mehr in der EU in Verkehr gebracht werden. Geräte- und Starterbatterien sind von dieser Pflicht nicht erfasst.
Die Konsequenzen:
- Marktzugangssperre: Ihre Produkte dürfen nicht verkauft werden. Produktionsstillstand, Lagerkosten, entgangener Umsatz.
- Bußgelder: Die Höhe legen nach Art. 93 der EU-Batterieverordnung die Mitgliedstaaten fest. In Deutschland reicht der Rahmen nach § 60 Abs. 3 BattDG je nach Verstoß bis 10.000, 100.000 oder 500.000 Euro.
- Vertragsstrafen: Wenn Sie Lieferverpflichtungen gegenüber OEMs nicht einhalten können.
- Reputationsschäden: Öffentliche Meldungen über Verstöße, Vertrauensverlust bei Geschäftspartnern.
Gemessen an diesen Risiken sind die Investitionskosten für einen regelkonformen Batteriepass gering.
Was die Software konkret kostet
Wir fangen mit dem Block an, den wir belegen können, weil es unser eigener ist. Bei DPP Hero zahlen Sie pro Monat, und aus Preis und Kontingent ergibt sich ein Preis je veröffentlichtem Pass:
| Tarif | Preis je Monat | Pässe je Monat | Preis je Pass |
|---|---|---|---|
| Free | 0 € | 1 dauerhaft | 0 € |
| Starter | 49 € | 100 | 0,49 € |
| Business | 99 € | 250 | 0,40 € |
| Scale | 249 € | 1.000 | 0,25 € |
Das ist die Untergrenze für die Rechnung, nicht die Gesamtsumme. Die Software ist der Block, den Sie vorher genau kennen; die anderen hängen an Ihrer Stückzahl und Ihrer Lieferantenstruktur.
Die anderen Kostenblöcke, und warum wir sie nicht beziffern
Im Netz kursieren Spannen für Kennzeichnung, Audits und Beratung. Wir schreiben sie nicht ab, weil wir sie nicht selbst geprüft haben und weil sie ohne Ihre Stückzahl ohnehin nichts aussagen. Was wir stattdessen tun: Ihnen sagen, welche Blöcke es gibt und bei wem Sie den echten Preis erfragen.
- GS1-Kennungen: Sie brauchen eine GTIN für das Modell und eine GLN für Ihr Unternehmen. Die Preise stehen bei Ihrer nationalen GS1-Organisation, in Deutschland GS1 Germany. Achtung: Eine GLN allein enthält keine GTIN.
- Physische Kennzeichnung: Der QR-Code muss nach Artikel 13 Absatz 7 dauerhaft aufgedruckt oder eingraviert sein. Aufkleber, Laser oder Direktdruck unterscheiden sich im Stückpreis erheblich; fragen Sie Ihren Etiketten- oder Fertigungspartner mit Ihrer Jahresmenge an. Ein NFC-Träger ersetzt den QR-Code heute nicht: Artikel 13 Absatz 8 erlaubt der Kommission zwar, alternative smarte Etiketten neben oder anstelle des QR-Codes vorzuschreiben, dieser Rechtsakt fehlt aber. Wer NFC einsetzt, zahlt ihn also zusätzlich, nicht statt des Codes.
- Konformitätsbewertung und Prüfungen: Die Zuverlässigkeit der Rezyklat- und CO₂-Daten prüft eine notifizierte Stelle im Rahmen Ihres Qualitätssicherungssystems. Preise nennen die Stellen selbst; welche für Batterien benannt sind, steht in der NANDO-Datenbank der EU-Kommission.
- Datenerhebung in der Lieferkette: Der teuerste und am meisten unterschätzte Block. Er hängt daran, wie viele Zulieferer Ihnen Materialangaben liefern müssen und wie gut Ihre Verträge das bereits regeln.
Ein Punkt faellt dabei erst auf, wenn man die Posten nebeneinander legt: Ein grosser Teil davon ist fix. Die GLN gilt je Unternehmen, die GTIN je Modell, und die Konformitaetsbewertung nach Artikel 17 Absatz 1 haengt am Qualitaetssicherungssystem, nicht an der Stueckzahl. Wer 200 Batterien im Jahr baut, traegt denselben Grundbetrag wie ein Hersteller mit 200.000 und verteilt ihn auf tausendmal weniger Stueck. Fuer kleine Hersteller ist deshalb die Frage nach dem Fixkostenblock wichtiger als jeder Stueckpreis.
Was Sie selbst rechnen können
Nehmen Sie Ihre Jahresstückzahl und rechnen Sie drei Zahlen aus: Softwarekosten je Pass aus der Tabelle oben, Kennzeichnungskosten je Stück nach Angebot Ihres Fertigungspartners, und die einmaligen Kosten für Kennungen und Prüfung. Diese drei Zahlen zusammen sind belastbar. Alles darüber hinaus, was Ihnen jemand ohne Kenntnis Ihrer Stückzahl nennt, ist geraten.
Jahr 1 und die Folgejahre trennen. Rechnen Sie zwei Zahlen statt einer. In Jahr 1 stecken der Erstaufwand der Datenerhebung, die interne Abstimmung, gegebenenfalls externe Beratung und die Softwarekosten für zwölf Monate. Im eingeschwungenen Zustand bleiben davon nur die Softwarekosten, die Pflege geänderter Daten und der Aufwand für neue Modelle. Der Unterschied ist erheblich, und wer nur die Zahl aus Jahr 1 nennt, überschätzt die Dauerbelastung deutlich. Umgekehrt gilt: Wer nur die Folgejahre rechnet, unterschätzt den Einstieg. Für die Entscheidung brauchen Sie beide Zahlen, und für den Vergleich mit einem Eigenbau denselben Zeitraum auf beiden Seiten.
Was die Konformitätsbewertung kostet
Ein Kostenblock steht selten in Software-Angeboten und trifft Sie trotzdem: die Konformitätsbewertung. Artikel 17 Absatz 1 lässt bei serienmäßig hergestellten Batterien zwei Wege zu. Modul A, die interne Fertigungskontrolle nach Anhang VIII Teil A, erklärt der Erzeuger auf alleinige Verantwortung; hier entstehen keine Fremdkosten, nur der Aufwand für die technischen Unterlagen.
Modul D1 nach Anhang VIII Teil B ist der teurere Weg. Dort beantragt der Erzeuger bei einer notifizierten Stelle die Bewertung seines Qualitätssicherungssystems, und nach Nummer 6 überwacht diese Stelle laufend, ob die Pflichten aus dem zugelassenen System erfüllt werden; sie bekommt dafür Zugang zu Erzeugungs-, Kontroll-, Prüf- und Lagereinrichtungen. Rechnen Sie also nicht mit einer einmaligen Prüfung, sondern mit einer wiederkehrenden.
Häufige Fragen
Gibt es eine offizielle Preisliste für den Batteriepass?
Nein. Die EU-Batterieverordnung schreibt den Batteriepass vor, aber nicht wie er technisch umgesetzt werden muss. Die Kosten hängen vom gewählten Umsetzungsweg und der Komplexität Ihrer Produkte ab.
Kann ich den Batteriepass kostenlos erstellen?
Die reine Dateneingabe ist theoretisch in jedem Format möglich, auch in Excel. Aber ohne Validierung, Strukturierung nach DIN SPEC 99100 und maschinell lesbaren Export fehlt der entscheidende Mehrwert. Details zum Umstieg finden Sie unter Von Excel zum Batteriepass.
Wie viel kostet DPP Hero?
DPP Hero bietet verschiedene Abo-Modelle an. Aktuelle Preise finden Sie auf unserer Preisseite.
Welche Kosten kommen nach der Ersteinrichtung auf mich zu?
Laufende Kosten umfassen das Software-Abo, den Personalaufwand für die Datenpflege bei neuen Produkten und ggf. aktualisierte CO2-Berechnungen bei Änderungen in der Lieferkette.
Lohnt sich ein Batteriepass auch für kleine Hersteller?
Ja, die Pflicht gilt unabhängig von der Unternehmensgröße. Kleine Hersteller profitieren besonders von SaaS-Lösungen, weil sie keine eigene IT-Infrastruktur aufbauen müssen. Prüfen Sie mit unserer Checkliste, welche Schritte für Sie relevant sind.
