Was ist die DIN SPEC 99100?
Die DIN DKE SPEC 99100:2025-02 ist eine im Februar 2025 veröffentlichte Vornorm, die die Datenstruktur für den digitalen Batteriepass definiert. Sie bildet das technische Fundament dafür, wie Informationen über Batterien einheitlich erfasst, strukturiert und digital zugänglich gemacht werden — über den gesamten Lebenszyklus hinweg, von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und Nutzung bis hin zum Recycling.
Die Spezifikation basiert auf den Anforderungen der EU-Batterieverordnung (EU 2023/1542), die ab Februar 2027 einen digitalen Batteriepass für bestimmte Batterietypen vorschreibt. Die DIN SPEC 99100 konkretisiert, welche Daten in welchem Format bereitgestellt werden müssen — und schafft damit eine praxisnahe Grundlage für Hersteller, Importeure und Software-Anbieter.
Im Kern definiert die DIN SPEC 99100 sieben Datenkategorien mit jeweils obligatorischen und optionalen Feldern. Diese Kategorien decken alle regulatorisch relevanten Aspekte ab: von der Identifikation und Materialzusammensetzung über den CO₂-Fußabdruck und die Lieferkettensorgfalt bis hin zu Zirkularität, Leistungsdaten und Kennzeichnung.
Technisch wird die DIN SPEC 99100 durch das BatteryPassDataModel v1.2.0 umgesetzt — ein Set aus sieben JSON-Schemas, die jeweils einer Datenkategorie entsprechen. Die Daten werden über einen QR-Code oder einen GS1 Digital Link zugänglich gemacht, sodass Behörden, Recycler und andere Wirtschaftsakteure standardisiert auf die Batteriepassdaten zugreifen können.
Für Unternehmen, die sich auf den digitalen Batteriepass vorbereiten, ist die DIN SPEC 99100 die maßgebliche Referenz. Sie beschreibt nicht nur welche Daten erforderlich sind, sondern auch wie diese Daten technisch strukturiert und validiert werden.
Wer hat die DIN SPEC 99100 entwickelt?
Die DIN SPEC 99100 wurde unter der Leitung des DIN (Deutsches Institut für Normung) und der DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik) erarbeitet. Beide Organisationen sind die zentralen deutschen Normungsgremien und spielen eine Schlüsselrolle in der europäischen und internationalen Standardisierung.
Inhaltlich flossen die Ergebnisse des Battery Pass Konsortiums ein — eines vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) geförderten Projekts, das von Systemiq koordiniert wurde. Zu den Konsortialpartnern gehörten namhafte Unternehmen und Institutionen entlang der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette: BMW, BASF, Umicore, acatech, Fraunhofer IPT und weitere. Diese breite Beteiligung stellte sicher, dass die Spezifikation sowohl technisch fundiert als auch praxistauglich ist.
Die DIN SPEC 99100 ist zudem eingebettet in die breitere europäische Normungsarbeit von CEN/CLC/JTC 24 — dem Gemeinsamen Technischen Komitee, das an übergreifenden europäischen Standards für digitale Produktpässe arbeitet. Die DIN SPEC dient hier als Vorarbeit und Referenz für die kommenden EN-Normen (Europäische Normen), die im Rahmen der ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation) entwickelt werden.
Die Veröffentlichung als DIN DKE SPEC 99100:2025-02 im Februar 2025 markiert einen wichtigen Meilenstein: Erstmals liegt ein vollständiges, technisch implementierbares Datenmodell für den Batteriepass vor, das von Industrie, Wissenschaft und Normungsgremien gemeinsam getragen wird.
Die 7 Datenkategorien im Detail
Das Herzstück der DIN SPEC 99100 sind sieben klar abgegrenzte Datenkategorien, die den Abschnitten 6.1 bis 6.7 der Spezifikation entsprechen. Jede Kategorie adressiert einen bestimmten Aspekt des Batterielebenszyklus und enthält sowohl Pflichtfelder als auch optionale Felder.
- Identifikation und Produktdaten (6.1) — Eindeutige Kennzeichnung, Herstellerangaben, Batterietyp
- Kennzeichnung und Konformität (6.2) — CE-Kennzeichnung, EU-Konformitätserklärung, Prüfberichte
- CO₂-Fußabdruck (6.3) — Lebenszyklus-Emissionen, Performance-Klassen
- Supply Chain Due Diligence (6.4) — Sorgfaltspflichten, OECD-Leitlinien, Audits
- Materialien und Zusammensetzung (6.5) — Rohstoffe, Gefahrstoffe, Herkunftsangaben
- Zirkularität und Ressourceneffizienz (6.6) — Recycled Content, Recyclingfähigkeit, Demontage
- Performance und Haltbarkeit (6.7) — Kapazität, Energiedichte, Ladezyklen, Lebensdauer
1. Identifikation und Produktdaten (Abschnitt 6.1)
Diese Kategorie bildet die Grundlage des Batteriepasses. Sie umfasst alle Daten, die eine Batterie eindeutig identifizierbar machen: den GS1 Digital Link als primären Identifikator, Angaben zum Hersteller (Name, Adresse, Kontaktdaten), den Batterietyp (EV, Industriebatterie, LMT), das Modell, das Produktionsdatum sowie den Standort der Fertigungsstätte. Diese Daten ermöglichen die vollständige Rückverfolgbarkeit jeder einzelnen Batterie über ihren gesamten Lebenszyklus.
2. Kennzeichnung und Konformität (Abschnitt 6.2)
Hier werden alle Informationen zur regulatorischen Konformität erfasst: die CE-Kennzeichnung, die EU-Konformitätserklärung (als Dokument des Herstellers), Prüfberichte und relevante Symbole. Diese Kategorie dokumentiert, dass die Batterie alle geltenden Anforderungen erfüllt und die entsprechenden Nachweise vorliegen. Die EU-Konformitätserklärung ist dabei ein vom Hersteller ausgestelltes Dokument — ihre Erstellung und Richtigkeit liegt in der Verantwortung des Wirtschaftsakteurs.
3. CO₂-Fußabdruck (Abschnitt 6.3)
Der CO₂-Fußabdruck erfasst die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus der Batterie — von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung und Zellfertigung bis zum Transport. Die Angabe erfolgt in kg CO₂-Äquivalent pro kWh Nennenergie. Zusätzlich werden Informationen zur Berechnungsmethodik und zum verwendeten Standard dokumentiert. Ab August 2028 werden CO₂-Performance-Klassen eingeführt, die Batterien nach ihrem Fußabdruck vergleichbar machen.
4. Supply Chain Due Diligence (Abschnitt 6.4)
Die Lieferkettensorgfalt ist ein zentraler Bestandteil des Batteriepasses. Diese Kategorie fordert den Nachweis, dass der Hersteller Sorgfaltspflichten gemäß den OECD-Leitsätzen für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten einhält. Dazu gehören Angaben zur Rohstoffbeschaffung, zu Lieferkettenrisiken, zu durchgeführten Audits und zu ergriffenen Maßnahmen. Besonders relevant ist dies für kritische Rohstoffe wie Kobalt, Lithium und Nickel, deren Abbau mit Menschenrechts- und Umweltrisiken verbunden sein kann.
5. Materialien und Zusammensetzung (Abschnitt 6.5)
Diese Kategorie verlangt eine detaillierte Aufschlüsselung der Batteriematerialien: Kathodenmaterial (z. B. NMC, LFP, NCA), Anodenmaterial (z. B. Graphit, Silizium), Elektrolyt, Separator und Gehäusematerialien. Für kritische Rohstoffe — darunter Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan — werden spezifische Mengenangaben und Herkunftsinformationen gefordert. Darüber hinaus müssen Gefahrstoffe gemäß der REACH-Verordnung deklariert werden. Diese Daten sind essenziell für die Bewertung der Umweltauswirkungen und für das spätere Recycling.
6. Zirkularität und Ressourceneffizienz (Abschnitt 6.6)
Im Zeichen der Kreislaufwirtschaft fordert diese Kategorie Angaben zum Recycled Content (Anteil recycelter Materialien), zur Recyclingfähigkeit der Batterie, zu Demontageanweisungen und zur geplanten Zweitnutzung (Second Life). Recyclingunternehmen erhalten damit die nötigen Informationen, um Batterien effizient zu demontieren und wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Ab 2031 gelten verbindliche Mindestquoten für den Recycled Content bestimmter Rohstoffe.
7. Performance und Haltbarkeit (Abschnitt 6.7)
Die letzte Kategorie umfasst die Leistungs- und Haltbarkeitskennzahlen der Batterie: Nennkapazität (in Ah und kWh), Energiedichte, Leistungsdichte, erwartete Ladezyklen, Innenwiderstand, Temperaturbereich und erwartete Lebensdauer (in Zyklen und Jahren). Diese Daten ermöglichen einen objektiven Vergleich zwischen verschiedenen Batterieprodukten und sind für Käufer, Betreiber und Wiederverkäufer gleichermaßen relevant. Neben diesen statischen Nennwerten fordert die DIN SPEC 99100 in Abschnitt 6.7 auch dynamische Zustandsdaten aus dem BMS — etwa Ladezustand, Kapazitätsverlust und Temperatur-Extremwerte.
Die sieben Datenkategorien der DIN SPEC 99100 — Identifikation, Kennzeichnung, CO₂-Fußabdruck, Due Diligence, Materialien, Zirkularität und Performance — bilden zusammen ein vollständiges Bild der ökologischen, sozialen und technischen Eigenschaften einer Batterie. Jede Kategorie wird durch ein eigenes JSON-Schema definiert.
Pflichtfelder vs. optionale Felder
Nicht alle Felder der DIN SPEC 99100 sind für jeden Batterietyp verpflichtend. Die Spezifikation unterscheidet zwischen obligatorischen und optionalen Feldern — wobei die Pflichtfelder je nach Batterietyp variieren. Grundsätzlich gilt: Je größer und komplexer die Batterie, desto umfangreicher die Pflichtangaben.
EV-Batterien (Traktionsbatterien)
Für Elektrofahrzeug-Batterien gelten die umfangreichsten Anforderungen. Nahezu alle Felder in den sieben Kategorien sind Pflicht — einschließlich detaillierter Angaben zu Materialzusammensetzung, CO₂-Fußabdruck mit Berechnungsmethodik, vollständiger Supply-Chain-Due-Diligence-Dokumentation und umfassender Performance-Kennzahlen wie Nennkapazität, Energiedichte, Ladezyklen und Innenwiderstand.
Industriebatterien (> 2 kWh)
Industriebatterien mit einer Kapazität von mehr als 2 kWh unterliegen ebenfalls weitreichenden Pflichtangaben, jedoch mit leicht reduzierten Anforderungen in einigen Performance-Feldern. Die Kernbereiche Identifikation, Materialien, CO₂-Fußabdruck und Due Diligence sind vollumfänglich Pflicht. Optionale Felder finden sich vor allem bei spezifischen Haltbarkeits- und Zyklusdaten, die für stationäre Anwendungen weniger relevant sein können.
LMT-Batterien (Light Means of Transport)
Für LMT-Batterien — also Batterien für E-Bikes, E-Scooter und ähnliche leichte Elektrofahrzeuge — gelten die geringsten Pflichtanforderungen. Identifikation und grundlegende Materialdaten sind Pflicht, aber bei Performance-Daten und detaillierten Zirkularitätsangaben sind viele Felder optional. Dies trägt dem geringeren Gefährdungspotenzial und der einfacheren Struktur dieser Batterien Rechnung.
Beispiele für Pflicht- vs. optionale Felder
Konkret bedeutet das: Das Feld „Hersteller-Identifikation" ist für alle Batterietypen Pflicht. Der CO₂-Fußabdruck pro kWh ist für EV- und Industriebatterien obligatorisch, für LMT-Batterien zunächst optional. Demontageanweisungen sind für EV-Batterien Pflicht, für kleinere Batterietypen optional. Die detaillierte Kathodenzusammensetzung (z. B. prozentualer Anteil von Kobalt) ist für alle Batterietypen mit entsprechender Zellchemie verpflichtend.
DIN SPEC 99100 und die EU-Batterieverordnung
Ein zentraler Punkt, den Hersteller verstehen müssen: Die DIN SPEC 99100 ist eine Vornorm — sie ist nicht direkt rechtsverbindlich. Die rechtsverbindlichen Anforderungen an den digitalen Batteriepass werden durch die EU-Batterieverordnung (EU 2023/1542) und die dazugehörigen Delegated Acts (delegierte Rechtsakte) unter Art. 77 und Art. 78 definiert.
Die DIN SPEC 99100 dient dabei als technische Vorbereitung für diese Delegated Acts. Da die Spezifikation unter Beteiligung derselben Experten und Institutionen erarbeitet wurde, die auch an den EU-Delegated-Acts mitarbeiten, wird allgemein erwartet, dass die finale Fassung der Delegated Acts sehr nah an der DIN SPEC 99100 liegen wird. Größere inhaltliche Abweichungen gelten als unwahrscheinlich.
Der Zeitplan der EU-Batterieverordnung sieht vor, dass die Delegated Acts im Laufe des Jahres 2026 veröffentlicht werden. Der Stichtag für den verpflichtenden Batteriepass ist der 18. Februar 2027. Bis dahin müssen Hersteller von EV-Batterien, Industriebatterien über 2 kWh und LMT-Batterien in der Lage sein, einen vollständigen digitalen Batteriepass bereitzustellen.
Für die Praxis bedeutet das: Wer sich heute auf Basis der DIN SPEC 99100 vorbereitet, baut auf dem besten verfügbaren Standard auf. Die Investition in die Datenerfassung und -strukturierung nach DIN SPEC 99100 ist keine Spekulation, sondern eine fundierte Vorbereitung auf die kommenden regulatorischen Anforderungen. Unternehmen, die die Datenstruktur der DIN SPEC 99100 implementieren, müssen bei Veröffentlichung der Delegated Acts voraussichtlich nur minimale Anpassungen vornehmen.
Mehr zum Thema erfahren Sie in unseren Artikeln über die EU-Batterieverordnung und den 2027-Zeitplan und darüber, was ein Batteriepass genau ist.
Technische Umsetzung: JSON-Schema und API
Die DIN SPEC 99100 definiert nicht nur inhaltlich, welche Daten erfasst werden müssen, sondern auch technisch, wie diese Daten strukturiert werden. Die Referenzimplementierung erfolgt über das BatteryPassDataModel v1.2.0 — ein Set aus sieben JSON-Schemas, die den sieben Datenkategorien entsprechen.
Jedes JSON-Schema definiert die erlaubten Felder, Datentypen, Pflicht-/Optional-Markierungen und Validierungsregeln. Ein Batteriepass-Datensatz, der gegen diese Schemas validiert werden kann, erfüllt die strukturellen Anforderungen der DIN SPEC 99100. Die Schemas verwenden etablierte Webstandards wie JSON Schema Draft 2020-12 und sind über öffentliche Repositories zugänglich.
Für den Datenzugriff sieht die Spezifikation vor, dass Batteriepassdaten über einen QR-Code oder einen GS1 Digital Link abrufbar sind. Der GS1 Digital Link fungiert als eindeutige URL, die direkt auf den Datensatz der jeweiligen Batterie verweist. Behörden, Recycler und andere autorisierte Parteien können so über einen einfachen Scan auf die Daten zugreifen.
Für Unternehmen mit großen Produktportfolios bietet sich die Integration über eine REST API an. Bestehende Systeme — ERP, PLM, MES — können Batteriepassdaten programmatisch erstellen und aktualisieren, entweder per Einzelprodukt-API oder per Bulk-Import. Dies ermöglicht eine effiziente Verwaltung auch bei Hunderten oder Tausenden von Batterieprodukten.
Spezialisierte Software-Tools wie DPP Hero bieten die DIN SPEC 99100-Datenstruktur bereits vorgefertigt an. Die Dateneingabe erfolgt schrittweise über eine strukturierte Benutzeroberfläche, Export in JSON, PDF und QR-Code-Generierung sind integriert. Wer den Prozess von der Excel-Tabelle zum strukturierten Batteriepass vollziehen möchte, findet in spezialisierten Tools den effizientesten Weg.
Abgrenzung zu anderen Standards
Die DIN SPEC 99100 existiert nicht im luftleeren Raum — sie steht in Bezug zu mehreren anderen Standards und Initiativen. Um Verwirrung zu vermeiden, lohnt eine klare Abgrenzung:
ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation)
Die ESPR ist der übergreifende europäische Rechtsrahmen für digitale Produktpässe — nicht nur für Batterien, sondern für eine Vielzahl von Produktkategorien (Textilien, Elektronik, Baumaterialien etc.). Die EU-Batterieverordnung und der Batteriepass sind der erste konkrete Anwendungsfall der DPP-Idee. Die DIN SPEC 99100 ist die technische Spezifikation speziell für den Batterie-Sektor innerhalb dieses breiteren Rahmens.
Battery Pass Content Guidance (2023)
Die Battery Pass Content Guidance wurde 2023 vom Battery Pass Konsortium veröffentlicht und diente als Vorentwurf für die DIN SPEC 99100. Sie enthielt erste Empfehlungen zur Datenstruktur und zu Pflichtfeldern. Mit der Veröffentlichung der DIN DKE SPEC 99100:2025-02 ist die Content Guidance faktisch überholt (superseded). Unternehmen sollten ausschließlich die DIN SPEC 99100 als Referenz verwenden.
CEN/CLC/JTC 24
Das Joint Technical Committee 24 von CEN und CENELEC arbeitet an breiteren europäischen Standards für digitale Produktpässe — über den Batterie-Sektor hinaus. Die Arbeit von JTC 24 wird voraussichtlich in EN-Normen (Europäische Normen) münden, die als harmonisierte Standards unter der ESPR fungieren. Die DIN SPEC 99100 liefert hierfür wichtige Vorarbeit, insbesondere im Bereich der Datenmodellierung und Schema-Definition.
GBA Battery Passport (Global Battery Alliance)
Die Global Battery Alliance (GBA) ist eine internationale Multi-Stakeholder-Initiative, die einen eigenen Battery Passport-Ansatz verfolgt. Der GBA-Ansatz unterscheidet sich in Scope und Detailtiefe von der DIN SPEC 99100: Er konzentriert sich stärker auf ESG-Metriken (Environmental, Social, Governance) und ist nicht direkt an die EU-Regulierung gebunden. Für Unternehmen, die den EU-Markt bedienen, ist die DIN SPEC 99100 die maßgebliche Referenz.
Häufige Fragen zur DIN SPEC 99100
Ist die DIN SPEC 99100 bereits verbindlich?
Nein. Die DIN SPEC 99100 ist eine Vornorm (Pre-Standard). Sie wird erst rechtsverbindlich, wenn die EU-Kommission die entsprechenden Delegated Acts unter Art. 77/78 der EU-Batterieverordnung veröffentlicht. Diese Delegated Acts werden voraussichtlich 2026 verabschiedet und werden das verbindliche Datenmodell für den Batteriepass definieren. Die DIN SPEC 99100 dient als technische Grundlage und wird voraussichtlich sehr weitgehend übernommen.
Kann sich die DIN SPEC 99100 noch ändern?
Grundsätzlich ja. Bei der Veröffentlichung der Delegated Acts sind kleinere Anpassungen möglich — etwa bei der Benennung einzelner Felder, bei Validierungsregeln oder bei der Zuordnung von Pflicht- und optionalen Feldern für bestimmte Batterietypen. Grundlegende strukturelle Änderungen an den sieben Datenkategorien oder am JSON-Schema-Ansatz gelten jedoch als sehr unwahrscheinlich, da die Spezifikation in enger Abstimmung mit den EU-Institutionen erarbeitet wurde.
Brauche ich spezielle Software für den Batteriepass?
Spezielle Software ist nicht zwingend vorgeschrieben, aber in der Praxis dringend empfehlenswert. Die Datenstruktur der DIN SPEC 99100 umfasst Hunderte von Feldern in sieben Kategorien mit komplexen Abhängigkeiten und Validierungsregeln. Ein manueller Ansatz (z. B. über Excel-Tabellen) wird schnell fehleranfällig und ist nicht skalierbar. Software-Tools wie DPP Hero vereinfachen den Prozess erheblich — von der geführten Dateneingabe in sieben Schritten über die automatische Validierung bis zum Export als JSON, PDF und QR-Code.
Wo finde ich die vollständige Spezifikation?
Die DIN DKE SPEC 99100:2025-02 ist als Dokument über DIN Media erhältlich, die zugehörigen JSON-Schemas (BatteryPassDataModel v1.2.0) sind öffentlich zugänglich. In der Praxis müssen Sie die Spezifikation jedoch nicht selbst lesen: Spezialisierte Software wie DPP Hero hat die gesamte Datenstruktur — alle sieben Kategorien mit sämtlichen Pflicht- und optionalen Feldern — bereits integriert und führt Sie schrittweise durch die Dateneingabe.
Was passiert, wenn die Delegated Acts von der DIN SPEC abweichen?
Sollten die Delegated Acts in einzelnen Punkten von der DIN SPEC 99100 abweichen, müssen Hersteller ihre Daten entsprechend anpassen. Da die Grundstruktur (sieben Kategorien, JSON-Schema-basiert) mit hoher Wahrscheinlichkeit beibehalten wird, wären solche Anpassungen voraussichtlich überschaubar. Unternehmen, die heute nach DIN SPEC 99100 arbeiten, haben in jedem Fall einen erheblichen Vorsprung gegenüber denen, die erst nach Veröffentlichung der Delegated Acts mit der Vorbereitung beginnen.
