Technisch
DPP Hero Team·14. April 20269 min

Batteriepass Kennzeichnung: QR-Code, Labels und Symbole

Batteriepass Kennzeichnung: Welche QR-Codes, Labels und Symbole ab 2026 auf jede Batterie müssen — und wie Sie die Anforderungen praktisch umsetzen.

Batteriepass Kennzeichnung: QR-Code, Labels und Symbole

Warum die Batteriepass Kennzeichnung physisch sein muss

Die Batteriepass Kennzeichnung ist mehr als ein digitales Datenblatt. Der Batteriepass selbst ist zwar ein rein digitales Dokument — aber der Zugang zu diesem Dokument muss über einen physisch auf der Batterie angebrachten QR-Code erfolgen. Das schreibt die EU-Batterieverordnung (EU 2023/1542) unmissverständlich vor.

Die Logik dahinter: Ein Batteriepass nützt nichts, wenn er nur in einer Datenbank liegt. Inspektoren, Recycler, Marktüberwachungsbehörden und Endkunden müssen den Pass direkt am physischen Produkt auffinden können — ohne Kenntnis interner Systeme, ohne Seriennummer-Lookup, ohne Registrierung. Ein Scan mit dem Smartphone muss genügen.

Artikel 77 Absatz 3 der Verordnung definiert: Der QR-Code muss direkt auf der Batterie oder — wenn das technisch nicht möglich ist — auf der Verpackung oder in den Begleitunterlagen angebracht sein. Die Batterie selbst hat Vorrang.

Damit ist die Batteriepass Kennzeichnung ein Bindeglied zwischen physischer Welt und digitalem Datensatz. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Anforderungen der QR-Code erfüllen muss, welche weiteren Labels vorgeschrieben sind und wie Sie die Kennzeichnung praktisch umsetzen.

QR-Code: Anforderungen und Spezifikationen

Der QR-Code auf der Batterie ist nicht irgendein Aufkleber. Die EU-Batterieverordnung und die DIN SPEC 99100 definieren konkrete technische Anforderungen, die über die reine Scanbarkeit hinausgehen.

Mindestgröße und Platzierung

Die Verordnung schreibt keine exakte Mindestgröße in Millimetern vor — aber der QR-Code muss unter realistischen Bedingungen zuverlässig scanbar sein. In der Praxis bedeutet das:

  • Mindestens 15 × 15 mm für industrielle Anwendungen
  • Mindestens 10 × 10 mm bei Batterien mit beengten Platzverhältnissen (z. B. zylindrische Zellen)
  • Ein Quiet Zone (freier Bereich um den QR-Code) von mindestens 4 Modulbreiten
  • Platzierung an einer gut sichtbaren Stelle, die im eingebauten Zustand zugänglich bleibt

Fehlerkorrektur-Level

QR-Codes unterstützen vier Fehlerkorrektur-Stufen (L, M, Q, H). Für Batterie-Anwendungen wird mindestens Level M (15 % Fehlerkorrektur) empfohlen — besser Level Q (25 %). Batterien sind mechanischen Belastungen, Vibrationen und Abrieb ausgesetzt. Ein höheres Fehlerkorrektur-Level stellt sicher, dass der Code auch nach teilweiser Beschädigung noch lesbar ist.

Kontrast und Materialbeständigkeit

Der QR-Code muss über die gesamte erwartete Lebensdauer der Batterie lesbar bleiben. Das stellt Anforderungen an:

  • Kontrastverhältnis: Schwarz auf Weiß oder vergleichbarer Kontrast. Farbige QR-Codes sind riskant.
  • UV-Beständigkeit: Der Code darf nicht verblassen — insbesondere bei Outdoor-Anwendungen (Solaranlagen, Elektrofahrzeuge).
  • Chemikalienbeständigkeit: Keine Auflösung durch Elektrolyte, Reinigungsmittel oder Feuchtigkeit.
  • Temperaturbeständigkeit: Industriebatterien arbeiten bei Temperaturen von −20 °C bis +60 °C.

Kodierte Information

Der QR-Code muss auf den Batteriepass verlinken — nicht auf eine Marketing-Seite, nicht auf eine generische Produktseite. Die kodierte URL sollte eine eindeutige, permanente Adresse sein, über die der vollständige Batteriepass maschinenlesbar abrufbar ist. Wie diese URL strukturiert sein sollte, erfahren Sie im Abschnitt zum GS1 Digital Link.

Kennzeichnungspflicht ab August 2026: Die Generalprobe

Der vollständige Batteriepass ist ab 18. Februar 2027 Pflicht. Aber bereits ab 18. August 2026 gelten erweiterte Kennzeichnungsanforderungen — eine Art Generalprobe für Hersteller und Importeure.

Ab August 2026 müssen folgende Informationen physisch auf der Batterie oder der Verpackung angebracht sein:

KennzeichnungPflicht abGrundlage
Herstellername und -anschrift18.08.2026Art. 13(1)
Batterietyp und -chemie18.08.2026Art. 13(1)
Herstellungsdatum18.08.2026Art. 13(1)
Gewicht18.08.2026Art. 13(1)
Kapazität (Wh und Ah)18.08.2026Art. 13(1)
CE-Kennzeichnung18.08.2026Art. 13(3)
Symbol für getrennte Sammlung18.08.2026Art. 13(2)
Gefahrstoff-Symbole (Cd, Pb)18.08.2026Art. 13(4)
QR-Code zum Batteriepass18.02.2027Art. 77(3)

Die vollständige Zeitleiste der EU-Batterieverordnung zeigt: Die Kennzeichnungspflicht ab August 2026 betrifft fast alle Labels, die Sie ohnehin für den Batteriepass benötigen. Einzige Ausnahme ist der QR-Code selbst — der folgt sechs Monate später. Nutzen Sie diese Vorlaufzeit, um Ihre Kennzeichnungsprozesse aufzubauen.

Batteriepass Kennzeichnung: Pflicht-Labels und Symbole

Die physische Batteriepass Kennzeichnung umfasst weit mehr als den QR-Code. Artikel 13 der EU-Batterieverordnung definiert eine Reihe von Pflicht-Labels, die auf jeder betroffenen Batterie angebracht sein müssen.

QR-Code zum Batteriepass

Der QR-Code ist der digitale Schlüssel zum Batteriepass. Er muss eine URL kodieren, die direkt auf den vollständigen Batteriepass verlinkt. Über diesen Link müssen alle Pflichtinformationen abrufbar sein — von Materialdaten über den CO₂-Fußabdruck bis zu Recycling-Anweisungen. Wenn Sie einen Batteriepass mit DPP Hero erstellen, erhalten Sie automatisch eine permanente URL und einen druckfertigen QR-Code.

CE-Kennzeichnung

Das CE-Zeichen bestätigt, dass die Batterie die geltenden EU-Harmonisierungsrechtsvorschriften erfüllt. Es muss gut sichtbar, lesbar und dauerhaft auf der Batterie angebracht sein. Die Mindesthöhe beträgt 5 mm. Bei Batterien, die zu klein für eine direkte Anbringung sind, darf die CE-Kennzeichnung auf der Verpackung oder den Begleitunterlagen erscheinen.

Symbol für getrennte Sammlung (durchgestrichene Mülltonne)

Das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne auf Rädern weist darauf hin, dass die Batterie nicht im Hausmüll entsorgt werden darf, sondern getrennt gesammelt werden muss. Dieses Symbol ist seit der alten Batterierichtlinie (2006/66/EG) bekannt und bleibt unter der neuen Verordnung verpflichtend. Es muss mindestens 3 % der größten Fläche der Batterie einnehmen — bei sehr kleinen Batterien mindestens 0,5 × 0,5 cm.

Chemische Symbole für Gefahrstoffe

Enthält die Batterie mehr als 0,002 % Cadmium (Cd) oder mehr als 0,004 % Blei (Pb), müssen die entsprechenden chemischen Symbole unter dem Mülltonnensymbol angebracht sein. Die Symbole müssen jeweils eine Fläche von mindestens einem Viertel des Mülltonnensymbols einnehmen.

Kapazitätsangabe

Die Nennkapazität der Batterie muss in Wattstunden (Wh) und — bei bestimmten Batterietypen — zusätzlich in Amperestunden (Ah) angegeben sein. Diese Angabe muss gut sichtbar und dauerhaft sein.

Batterietyp und -chemie

Die Kennzeichnung muss den Batterietyp (z. B. Lithium-Ionen, Nickel-Metallhydrid) und die spezifische Zellchemie (z. B. NMC, LFP, NCA) angeben. Diese Information ist entscheidend für die korrekte Handhabung, den Transport und das Recycling.

Herstellerinformationen

Der Name und die Postanschrift des Herstellers oder des bevollmächtigten Vertreters müssen auf der Batterie angegeben sein. Dazu gehören Firmenname, Straße, Postleitzahl, Stadt und Land. Diese Angaben entsprechen den Wirtschaftsakteur-Informationen, die auch im digitalen Batteriepass hinterlegt werden.

Herstellungsdatum und Gewicht

Das Herstellungsdatum (Monat und Jahr) und das Gewicht der Batterie in Kilogramm müssen auf dem Produkt angegeben sein. Beim Gewicht ist das Gesamtgewicht einschließlich Gehäuse gemeint.

Haltbarkeit der Kennzeichnung

Alle Kennzeichnungen müssen die erwartete Lebensdauer der Batterie überstehen. Das klingt selbstverständlich — ist in der Praxis aber eine der größten Herausforderungen. Eine Traktionsbatterie in einem Elektrofahrzeug hat eine erwartete Lebensdauer von 10–15 Jahren. Ein QR-Code-Aufkleber, der nach drei Jahren abblättert, erfüllt die Anforderungen nicht.

Die Verordnung verlangt, dass Kennzeichnungen:

  • Sichtbar und lesbar bleiben über die gesamte Lebensdauer
  • Nicht leicht entfernbar sind (kein einfacher Papieraufkleber)
  • Beständig sind gegen UV-Strahlung, Feuchtigkeit, Chemikalien, Temperaturwechsel und mechanischen Abrieb

Bewährte Materialien

MethodeLebensdauerGeeignet für
LasergravurPermanentMetallgehäuse, Traktionsbatterien
Industrielle Keramik-Labels20+ JahreStationäre Speicher, Industriebatterien
Polyester-Etiketten (PET)10–15 JahreEV-Batterien, LMT-Batterien
Polyimid-Etiketten (Kapton)15+ JahreHochtemperatur-Anwendungen
Papieretiketten1–3 JahreNICHT geeignet für Batteriepass-QR

Die Wahl des richtigen Kennzeichnungsmaterials gehört zur Batteriepass-Checkliste, die jeder Hersteller vor dem Stichtag abarbeiten sollte.

Ein QR-Code kann jede beliebige URL kodieren. Aber die DIN SPEC 99100 empfiehlt einen bestimmten Standard für die im QR-Code kodierte URL: den GS1 Digital Link.

Der GS1 Digital Link kombiniert die GTIN (Global Trade Item Number) eines Produkts mit der Seriennummer des einzelnen Exemplars in einer standardisierten URL-Struktur:

https://id.example.com/01/04012345678901/21/SN12345

Diese URL ist weltweit eindeutig, maschinenlesbar und ermöglicht es Behörden und Wirtschaftsakteuren, den Batteriepass ohne proprietäre Software aufzufinden. Ein normaler QR-Code mit einer beliebigen URL (z. B. https://firma.de/battery/12345) funktioniert technisch — aber er ist für Dritte nicht interpretierbar, ohne die URL-Struktur des jeweiligen Herstellers zu kennen.

Die Vorteile des GS1 Digital Link für die Batteriepass Kennzeichnung:

  • Interoperabilität: Jeder Akteur in der Lieferkette kann den QR-Code lesen und verstehen
  • Maschinenlesbarkeit: Automatische Zuordnung von GTIN und Seriennummer ohne manuelle Eingabe
  • Resolver-Funktion: Über Content Negotiation kann dieselbe URL unterschiedliche Formate liefern — HTML für Menschen, JSON-LD für Maschinen
  • Zukunftssicherheit: GS1 ist der weltweit etablierte Standard für Produktidentifikation

Detaillierte Informationen zum GS1 Digital Link und seiner Rolle im Batteriepass finden Sie in unserem Artikel zum GS1 Digital Link.

Praktische Umsetzung der Kennzeichnung

Die Anforderungen stehen fest — aber wie setzt man sie in der Produktion um? Hier sind bewährte Vorgehensweisen für die praktische Batteriepass Kennzeichnung:

Platzierung planen

Definieren Sie vor dem Produktionsstart eine Kennzeichnungszone auf dem Batteriegehäuse. Diese Zone muss:

  • Im eingebauten Zustand zugänglich sein (nicht verdeckt durch Kabelkanäle oder Befestigungen)
  • Ausreichend Fläche bieten für QR-Code, CE-Zeichen, Mülltonnensymbol, Kapazitätsangabe und Herstellerinformationen
  • Von Servicetechnikern erreichbar sein, ohne die Batterie ausbauen zu müssen

Label-Design konsolidieren

Statt einzelne Aufkleber für jedes Pflichtelement anzubringen, empfiehlt sich ein konsolidiertes Label-Design. Ein einzelnes Typenschild oder eine Labelzone kann alle Pflichtinformationen zusammenfassen:

  • QR-Code (oben links oder oben rechts, prominent)
  • CE-Zeichen und Mülltonnensymbol (daneben)
  • Textblock mit Hersteller, Typ, Chemie, Kapazität, Gewicht, Datum
  • Gefahrstoff-Symbole (falls zutreffend) unter dem Mülltonnensymbol

Digitale und physische Daten synchronisieren

Die Informationen auf dem physischen Label müssen mit den Daten im digitalen Batteriepass übereinstimmen. Eine Diskrepanz zwischen physischer Angabe und digitalem Datensatz — etwa eine abweichende Kapazitätsangabe — kann bei einer Marktüberwachungskontrolle zu Beanstandungen führen.

In DPP Hero erfassen Sie alle Produktdaten einmal zentral und exportieren sie sowohl als digitalen Batteriepass als auch als Grundlage für Ihr Typenschild. So vermeiden Sie Inkonsistenzen zwischen physischer und digitaler Kennzeichnung.

Produktions-Workflow integrieren

Integrieren Sie die Kennzeichnung in Ihren bestehenden Produktions-Workflow:

  • Datenerzeugung: Seriennummer und QR-Code-URL werden bei der Produktion generiert
  • Druckauslösung: Das Label wird inline gedruckt (Lasergravur oder Etikettendrucker)
  • Qualitätsprüfung: Automatischer Scan nach dem Aufdruck zur Verifizierung der Lesbarkeit
  • Daten-Upload: Gleichzeitige Erstellung oder Aktualisierung des digitalen Batteriepasses

Je früher Sie diesen Prozess aufsetzen, desto weniger Aufwand entsteht zum Stichtag. Die Fristen der Batteriepass-Pflicht lassen wenig Spielraum für kurzfristige Umstellungen.

Häufige Fragen

Muss der QR-Code direkt auf der Batterie sein oder reicht die Verpackung?

Die EU-Batterieverordnung gibt der direkten Anbringung auf der Batterie den Vorrang. Nur wenn die Größe der Batterie dies technisch nicht zulässt, darf der QR-Code auf der Verpackung oder in den Begleitunterlagen angebracht werden. Bei Traktions- und Industriebatterien ist die direkte Anbringung in der Regel möglich und vorgeschrieben.

Was passiert, wenn der QR-Code unlesbar wird?

Wird der QR-Code während der Lebensdauer der Batterie unlesbar, verstößt der Wirtschaftsakteur gegen die Kennzeichnungspflichten der Verordnung. Im Rahmen einer Marktüberwachungskontrolle kann dies zu Korrekturmaßnahmen führen. Deshalb ist die Wahl eines dauerhaften Kennzeichnungsverfahrens (Lasergravur, Polyester-Etiketten) entscheidend.

Welches QR-Code-Format wird für den Batteriepass verwendet?

Die Verordnung schreibt den QR-Code als Datenträger vor (Art. 77). Der kodierte Inhalt sollte dem GS1 Digital Link Standard folgen, der die GTIN und Seriennummer in einer URL-Struktur kodiert. Technisch handelt es sich um einen Standard-QR-Code nach ISO/IEC 18004.

Gelten die Kennzeichnungspflichten auch für Batterien unter 2 kWh?

Die allgemeinen Kennzeichnungspflichten (CE-Zeichen, Mülltonnensymbol, Kapazität, Herstellerangaben) gelten für alle Batteriekategorien. Der digitale Batteriepass und damit der QR-Code zum Pass ist ab Februar 2027 für Industriebatterien über 2 kWh, Traktionsbatterien und LMT-Batterien verpflichtend. Für E-Bike- und E-Scooter-Batterien (LMT) gelten die gleichen Fristen.

Kann ich den QR-Code mit DPP Hero generieren?

DPP Hero generiert für jedes veröffentlichte Produkt automatisch einen QR-Code, der auf den digitalen Batteriepass verlinkt. Diesen QR-Code können Sie als PNG- oder SVG-Datei herunterladen und in Ihr Label-Design integrieren. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt den gesamten Prozess vom Datenerfassen bis zum druckfertigen QR-Code.

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